Wie läuft die Behandlung für mich ab?
Was passiert bei der Behandlung?
Es gibt mehrere Medikamente aus der Gruppe der BiologikaAls Biologika bezeichnet man Medikamente, die biotechnologisch hergestellt werden. Bei den Wirkstoffen handelt es sich um spezielle Eiweiße (Antikörper). zur Behandlung der Schuppenflechte. Je nach ihrem Wirkort im ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Zellen, Organen und Abwehrmolekülen wie Antikörper. Es erkennt körperfremde Stoffe wie Krankheitserreger und Schadstoffe, aber auch krankhaft veränderte Körperzellen und macht diese unschädlich. So verhindert die Immunabwehr Infektionen und andere Erkrankungen. lassen sie sich in verschiedene Klassen einteilen:
IL17Interleukine sind Botenstoffe, die das Immunsystem anregen und hemmen können. Daher sind sie bedeutende Angriffspunkte für Medikamente.-Hemmer: Ixekizumab, Secukinumab, Brodalumab, Bimekizumab
IL23-Hemmer: Guselkumab, Tildrakizumab, Risankizumab
IL12/23-Hemmer: Ustekinumab
TNF-alphaDas Eiweiß TNF-alpha (Tumornekrose-Faktor-alpha) ist beteiligt an Abwehrreaktionen des Körpers. Bei verschiedenen Erkrankungen ist die Menge an TNF-alpha erhöht. Medikamente, die an dieses Eiweiß binden, wirken gegen Entzündungen.-Hemmer: Adalimumab, Etanercept, Infliximab sowie ihre BiosimilarsBiosimilars sind Nachahmerprodukte (Generika), die den Wirkstoffen der Originalpräparate sehr ähnlich, jedoch nicht identisch sind. Da sie sich gleichwertig einsetzen lassen, aber deutlich günstiger sind, werden sie bevorzugt verwendet. und Certolizumab
Manche der Wirkstoffe werden erst dann eingesetzt, wenn Sie andere Behandlungen bereits ausprobiert und diese bei Ihnen nicht geholfen oder zu Nebenwirkungen geführt haben. Zu den verschiedenen Wirkstoffen und welche für Sie infrage kommen, berät Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Infliximab bekommen Sie als Infusion in eine VeneVenen sind die Blutgefäße, die das Blut zum Herzen hin transportieren. Sie befördern in der Regel sauerstoffarmes Blut.. Alle anderen Wirkstoffe gibt es als Fertigspritze, die Ihnen Ihr Klinik-Team unter die Haut spritzt. Sie können sich auch selbst spritzen. Dann werden Sie in der Anwendung der Spritzen geschult. Die Wirkstoffe müssen unterschiedlich häufig gespritzt werden.
Biologika werden im Labor in gentechnisch veränderten Zellen produziert. Biologika sind AntikörperAntikörper sind Eiweiße, die im Blut zirkulieren. Sie werden von Immunzellen gebildet, um Krankheitserreger und Fremdstoffe abzuwehren. Antikörper können weitere Abwehrzellen anlocken und Erreger unschädlich machen., die spezifisch an andere Substanzen andocken und diese hemmen können. Die verschiedenen Biologika unterscheiden sich dadurch, dass sie an unterschiedliche Substanzen im Körper andocken. Durch diesen Mechanismus werden nur bestimmte Teile des Immunsystems, die für Schuppenflechte besonders bedeutend sind, beeinflusst.
Anwendungshäufigkeit der verschiedenen Wirkstoffe:
Ixekizumab: Zu Beginn der Therapie 2 Injektionen, dann für 12 Wochen alle 2 Wochen 1 Injektion, danach als Erhaltungsdosis alle 4 Wochen 1 Injektion
Secukinumab: Die ersten 5 Injektionen wöchentlich, danach monatlich
Brodalumab: Die ersten 3 Injektionen im Abstand von 1 Woche, danach alle 2 Wochen
Guselkumab: Nach der Anfangsdosis folgt die nächste Injektion 4 Wochen später, danach alle 8 Wochen
Tildrakizumab, Risankizumab und Ustekinumab: Nach der Anfangsdosis folgt die nächste Injektion 4 Wochen später, danach alle 12 Wochen
Adalimumab: Zu Beginn der Therapie 2 Injektionen, dann alle 2 Wochen 1 Injektion, beginnend eine Woche nach der Induktionsdosis. Dosisanpassung im Verlauf möglich
Etanercept: 1- oder 2-mal wöchentlich
Infliximab: Nach der Anfangsdosis folgen die nächsten Infusionen nach 2 und 6 Wochen, danach alle 8 Wochen
Certolizumab: Zu Beginn der Therapie 2 Injektionen, in Woche 2 und 4 ebenfalls 2 Injektionen. Danach alle 2 Wochen 1 Injektion. Dosisanpassung im Verlauf möglich
Wo findet die Behandlung statt?
Die Infusion mit Infliximab findet bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt statt.
Medikamente, die alle 8 bis 12 Wochen gespritzt werden müssen, bekommen Sie in der Regel während Ihrer Kontrollvisite in der Klinik.
Alle anderen Medikamente können Sie sich selbst zu Hause spritzen. Wenn Sie sich nicht selbst spritzen möchten, können Sie die Spritze auch in Ihrer Klinik oder Arztpraxis bekommen.
Wie lange sollte die Behandlung durchgeführt werden?
Wenn Sie gut auf das Medikament ansprechen, legen Sie zusammen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest, wie lange Sie es anwenden.
Sollte sich das Hautbild nach 3 bis 4 Monaten nicht gebessert haben, ist es nicht sinnvoll, das Medikament weiter zu nehmen. Wenn Sie möchten, kann dann ein anderer Wirkstoff zum Einsatz kommen.
Wie wirkt sich die Behandlung auf eine Schwangerschaft aus?
Frauen dürfen erst mehrere Monate nach Abschluss einer Behandlung mit einem Biologikum schwanger werden. Wenn es medizinisch nötig ist, können bestimmte Biologika in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit eingesetzt werden.
Der Arzt geht auf die Biologika-Therapie ein
Die Ärztin sagt, worauf im Alltag geachtet werden muss
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.