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Mit welchen Komplikationen muss ich rechnen?

Hier möchten wir Ihnen einen Überblick über Nebenwirkungen und Komplikationen geben. Weil wir uns auf einige wichtige Angaben beschränken, können in Ihrem Aufklärungsbogen weitere Nebenwirkungen und Komplikationen genannt sein.

Komplikationen nach der Tumorentfernung (1. Operation)

Da der Dünndarmspeisebrei sauer und ätzend ist, kann die Haut um das Stoma herum stark gereizt werden.

Der Dünndarmspeisebrei ist noch sehr dünnflüssig und wesentlich voluminöser als der Dickdarmspeisebrei. Deshalb fallen am Dünndarmstoma pro Tag bis zu 1,5 Liter dünnflüssiger Speisebrei an, der sich entsprechend oft in den Beutel ergießt. In seltenen Fällen ist der Flüssigkeitsverlust über das Dünndarmstoma noch viel höher, dann spricht man von einem High-Output-Stoma. Kann diese Komplikation nicht mit Medikamenten ausgeglichen werden, wird Ihnen Flüssigkeit über eine Infusion in die VenenDie Pulmonalvenen oder Lungenvenen sind die Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut aus der Lunge zum linken Vorhof des Herzens transportieren. geleitet. Dafür müssen Sie erneut in die Klinik. Starker Flüssigkeitsverlust kann auch die NierenDie Hauptaufgabe der Nieren ist es, das Blut zu reinigen. Sie filtern das Blut und leiten Stoffwechselabfälle zusammen mit überflüssigem Wasser als Urin aus dem Körper. Außerdem stellen Ihre Nieren Hormone her, die für den Blutdruck, den Knochenstoffwechsel und die Bildung von roten Blutkörperchen verantwortlich sind. So sorgen die Nieren auch dafür, dass der Mineralhaushalt des Körpers stabil bleibt. schädigen.

Bei 5 bis 10 von 100 Menschen wird die Darmverbindung nach der Operation undicht. Das nennt man Anastomoseninsuffizienz. Diese kann oft ohne eine Operation behandelt werden, meistens mit einem speziellen Schwamm, einem sogenannten Unterdruck-Wundverband. Der Schwamm wird über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis Wochen belassen und alle 3 bis 4 Tage gewechselt. Dadurch kann sich Ihr Krankenhausaufenthalt erheblich verlängern.

Eine Anastomoseninsuffizienz kann so gravierend sein, dass Sie erneut operiert werden müssen und dann entweder eine neue Darmverbindung oder sogar ein dauerhaftes Dickdarmstoma bekommen.

Durch die Anastomoseninsuffizienz kann es auch zu lebensbedrohlichen Entzündungen im Bauchbereich kommen.

Neben der Anastomoseninsuffizienz gibt es weitere Ursachen für Infektionen im Becken- und Bauchraum. Insgesamt treten diese bei bis zu 10 von 100 Menschen auf. Die Infektionen können meist mit Antibiotika behandelt werden. Manchmal ist eine Punktion von außen notwendig, in schweren Fällen auch eine erneute Operation.

An der Stelle, an der das Stoma angelegt ist, kann es zu einem Bruch der Bauchwand, zu einer sogenannten HernieBei einer Hernie (Eingeweidebruch) treten Teile von Bauchfell und / oder Eingeweiden durch eine Lücke der Bauchdecke hervor. Es bildet sich eine Vorwölbung, die manchmal von außen sichtbar ist., kommen. Dabei wölben sich BauchfellDas Bauchfell (Peritoneum) ist eine glatte Haut, die das Innere des Bauchraums auskleidet und die Organe umhüllt. Es setzt sich aus zwei Gewebeschichten zusammen. Zwischen diesen Schichten befindet sich die Peritonealflüssigkeit. Sie sorgt dafür, dass sich die Organe im Bauchraum verschieben können, ohne dass sie sich aneinander reiben. Das Bauchfell nimmt außerdem Lymphflüssigkeit auf, die sich in der Bauchhöhle ansammelt, und leitet diese ab. Zusätzlich ist das Bauchfell von Blut- und Lymphgefäßen sowie Nerven durchzogen, die die inneren Organe versorgen. oder Organe durch die Lücke in der Bauchwand vor. Bei etwa 2 von 100 Menschen kommt es zu einer Hernie – und zwar innerhalb von durchschnittlich 10 Monaten nach der Anlage des Stomas.

Komplikationen nach der Rückverlagerung des Stomas (2. Operation)

Der Stuhlgang kann so stark gestört sein, dass Ihre Lebensqualität beeinträchtigt ist. Dieses Krankheitsbild nennt man LARS (Low Anterior Resection Syndrome). Folgende Beschwerden sind dafür typisch: Man hat keine Kontrolle über den Abgang von Gasen und flüssigem Stuhl. Außerdem muss man so oft auf die Toilette, dass man bei jeder Tätigkeit außer Haus immer darauf achten muss, schnell eine Toilette erreichen zu können. Es kann sein, dass diese Beschwerden zum Teil nach etwa 1 Jahr nachlassen. Die Beschwerden lassen sich teilweise behandeln, aber eine sichere und wirkungsvolle Therapie gibt es nicht. Starke Beschwerden (Major LARS) bekommen in den 2 Jahren nach der Operation etwa 40 von 100 Patientinnen und Patienten. Je tiefer die Operation am Darmausgang ansetzen musste, desto häufiger sind die Beschwerden.

Fazit: Auch wenn bei diesem Verfahren grundsätzlich eine Entfernung des Stomas geplant ist, kann es Monate oder Jahre dauern, bis es soweit ist, und es kann auch sein, dass das Stoma nie entfernt wird. Gründe dafür können Komplikationen bei der Operation, ein Wachstum des Tumors oder auch Ihr eigener Wunsch sein. Auch wenn das Stoma entfernt wurden, können die Probleme, etwa durch LARS, so gravierend sein, dass erneut ein Stoma angelegt wird. Die Folge ist, dass trotz der ursprünglichen Absicht, das Stoma wieder zu entfernen, nach über 1 Jahr vermutlich 20 bis 25 von 100 Menschen doch ein dauerhaftes Stoma haben.



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