Wie sieht meine Gesundheitssituation aus?
Je näher die Geburt rückt und je größer Ihr Kind wird, desto weniger Platz hat es, seine Position zu ändern. Deshalb wird es immer unwahrscheinlicher, dass es sich von selbst noch wendet.
Eine vaginale Geburt hat Vorteile für Mutter und Kind. So kann sie beispielsweise die unmittelbare Bindung (Bonding) zwischen Mutter und Kind stärken. Erlebt die Mutter die Geburt nicht bewusst mit, kann dies eine Hürde für die Kontaktaufnahme zwischen Mutter und Kind darstellen. Auch werden bei der natürlichen Geburt „Starterkulturen“ von Bakterien und anderen Mikroorganismen von der Mutter auf das Kind übertragen. Darunter sind auch Darmbakterien, die den Darm des Kindes besiedeln. Bei einem Kaiserschnitt dauert die Besiedelung länger.
Eine vaginale Geburt ist auch in Beckenendlage grundsätzlich möglich, wenn:
das Baby nicht zu groß ist im Verhältnis zum mütterlichen Becken,
es dem Baby gut geht und die Wehen unproblematisch verlaufen,
das Baby seinen Kopf nicht überstreckt hat
keine zusätzlichen Komplikationen bestehen (wie zum Beispiel eine Zuckerkrankheit oder eine eingeschränkte Funktion des Mutterkuchens).
Eine Spontangeburt ist bei einer Beckenendlage schwieriger als bei der Schädellage. Wenn der Po oder die Füße des Kindes vorangehen, dehnen sie die Wände des Geburtswegs nicht so stark, wie es normalerweise der Kopf tut. Dies kann zu einer Wehenschwäche und dadurch zu Verzögerungen führen.
Weil das Kind mit dem Kopf zuletzt auf die Welt kommt, besteht die Gefahr, dass es nicht ausreichend Sauerstoff bekommt. Solange das Baby noch im Bauch der Mutter ist, wird es über die Nabelschnur mit Blut – und somit mit Sauerstoff – versorgt. Sobald der Körper aber draußen ist, läuft die Nabelschnur durch den Geburtskanal am Kopf des Kindes vorbei zur Placenta. Dabei kann der Kopf die Nabelschnur abdrücken und die Sauerstoffversorgung unterbinden. Wenn das Kind auch nur wenige Minuten in dieser Lage festklemmt, schädigt der Sauerstoffmangel das Kind schwer. Deshalb muss unbedingt ein Ärzteteam mit Anästhesisten und Kinderarzt bereitstehen, um das Kind im Notfall sofort per Kaiserschnitt zur Welt bringen zu können.
Falls sich Ihr Kind auch kurz vor der Entbindung nicht von selbst gedreht hat, kann man mit Druck von außen versuchen, das Baby in die Hinterhauptslage zu bringen („äußere Wendung“).
Bei einer äußeren Wendung versucht die Ärztin oder der Arzt, den Po des Kindes durch sanften Druck auf Ihren Unterbauch aus dem Becken zu heben. Dabei macht das Kind – je nach Form der Beckenendlage – eine Rolle vorwärts oder rückwärts in die Schädellage.
Dieser Vorgang dauert nur ein paar Minuten, kann für Sie allerdings unangenehm bis schmerzhaft sein. Die äußere Wendung wird in der Klinik durchgeführt und Ihr Kind wird während der ganzen Zeit mit einem CTGEine Kardiotokografie (Abkürzung: CTG) wird auch Herzton-Wehenschreiber genannt. Dabei werden mit Ultraschallwellen die Herztöne des Kindes und die Wehentätigkeit der Gebärmutter gemessen. Dafür werden 2 Sensoren auf die Bauchdecke der Mutter gelegt. überwacht. In etwa der Hälfte der Fälle ist die äußere Wendung erfolgreich.
Die Ärztin erklärt die Problematik und die häufigste Ursache der Beckenendlage
Der Arzt erklärt die möglichen Risiken während der Geburt
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.