Künstliche Ernährung
Die Ärztin spricht über die künstliche Ernährung
Die Ärztin nennt mögliche Komplikationen der Magensonde
Eine langfristige künstliche Ernährung über den Magen-Darm-Trakt kommt infrage, wenn die natürliche Magen-Darm-Passage infolge einer Erkrankung mittel- oder langfristig nicht sichergestellt werden kann. Eine MagensondeEine Magensonde ist ein langer dünner Schlauch, der durch die Nase oder durch den Mund in den Magen führt. Darüber kann zum Beispiel eine Nährstofflösung (Sondennahrung) direkt in den Magen gegeben werden. oder eine künstliche Ernährung über eine VeneEin Kunststoffschlauch führt in eine große Vene, häufig im Bereich des Schlüsselbeins. Über den Schlauch kann medizinisches Personal Nährstofflösungen direkt in den Blutkreislauf geben. können zur Überbrückung dienen, bis Sie selbst wieder essen können oder eine Ernährungssonde erhalten. Es kann eine Sonde durch ihre Nase über die Speiseröhre bis in den Magen gelegt werden. Oder es gibt auch die Möglichkeit, durch die Bauchdecke die Sonde in den Magen zu platzieren.
Wenn Sie keine Nährstoffe mehr über den Magen-Darm-Trakt aufnehmen können, ist die langfristige künstliche Ernährung über einen Venenzugang möglich. Diese Ernährungsform kann Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Infektion der Einstichstelle und Verschlechterung des Stoffwechsels mit sich bringen. Die Therapie muss engmaschig ärztlich kontrolliert und begleitet werden. Die Gabe der Ernährungslösung wäre durch Sie selbst, Ihre Angehörigen oder einen ambulanten Pflegedienst möglich. Ob Sie auch außer Haus mobil sind, hängt davon ab, wie lange und oft Sie eine Ernährungslösung bekommen.
Verzicht auf künstliche Ernährung
Der Verzicht auf eine künstliche Ernährung ist möglich, falls Sie selbst oder auch mit ausdauernder Hilfe anderer Essen und Trinken nicht mehr zu sich nehmen können oder mögen. Dies kann bei schweren Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit eintreten. In diesen Situationen stellt sich häufig auch Appetitlosigkeit ein und das Hungergefühl bleibt aus. Möglicherweise kann künstliche Ernährung in dieser Phase auch belastend sein.
Entscheidung über künstliche Ernährung
Ja, ich möchte Flüssigkeit und Nahrung erhalten, um mein Leben in jedem Fall zu verlängern.
Ich möchte nur dann Flüssigkeit und Nahrung über eine Sonde erhalten, wenn Aussicht darauf besteht, dass ich ein weitgehend selbstständiges und selbstbestimmtes Leben führen kann.
Ja, aber ich möchte nicht über eine Sonde durch die Bauchdecke (PEGDie perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) oder perkutane endoskopische Jejunostomie (PEJ) ist ein künstlicher Zugang von außen durch die Bauchdecke in den Magen oder in den Dünndarm. In der "PEG-J" Variante wird der Zugang über den Magen in den Dünndarm hinein verlängert. ) ernährt werden.
Nein, ich möchte keine Ernährung und keine Flüssigkeit erhalten. Eventuell belastende Symptome wie zum Beispiel trockene Schleimhaut, Übelkeit oder Schmerzen sollen fachgerecht bestmöglich gelindert werden.
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.