Die Möglichkeiten
Diese Entscheidungshilfe ist für Sie gedacht, wenn Sie durch Ihre Scheiden- oder Gebärmutterabsenkung Beschwerden haben. Zu diesen Beschwerden gehören zum Beispiel das Gefühl, dass etwas stark nach unten drückt, Schmerzen im Unterleib oder beim Geschlechtsverkehr, häufiger Harndrang oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Ihr Leidensdruck ist so groß, dass Sie überlegen, sich operieren zu lassen.
Wenn bei Ihnen die Gebärmutter bereits entfernt wurde und dabei der Gebärmutterhals erhalten geblieben ist, können die Stützmaßnahmen wie beschrieben an diesem ansetzen.
Grundsätzlich kommen bei einer Senkung der Scheide und der Gebärmutter auch nicht-operative Möglichkeiten in Betracht: Das sind vor allem Beckenbodengymnastik und verschiedene Arten von PessarenBei Pessaren handelt es sich um Medizinprodukte aus Gummi oder Silikon in unterschiedlichen Formen und Größen. Bei einer Beckenbodensenkung kann ein Pessar in die Scheide eingeführt werden und soll dort helfen, die Organe im Becken abzustützen und sie in Ihrer natürlichen Position zu halten., die eingesetzt werden können, um die Gebärmutter zurückzuhalten. Über diese konservativen Möglichkeiten sind Sie bereits informiert. Deshalb sollen diese Möglichkeiten hier nicht weiter erwähnt werden. Sie können aber eventuell zusätzlich zu einer Operation angewandt werden.
In dieser Entscheidungshilfe geht es um 3 Operationsmöglichkeiten, die bei Ihnen aus medizinischer Sicht infrage kommen. Wichtig zu wissen: Ihr Beckenboden wird durch die OP nicht noch mehr geschwächt. Für jede Operationsmöglichkeit wird erklärt, was gemacht wird und welche Vor- und Nachteile es gibt.
Dafür wurden wissenschaftliche Studien ausgewertet. Diese Studien waren meist nicht sehr aussagekräftig oder schon recht alt. Die in der Entscheidungshilfe genannten Zahlen sollen Ihnen deshalb nur eine Orientierung über die möglichen Vor- und Nachteile geben.
Wenn Sie die Entscheidungshilfe gelesen haben, können Sie Ihre persönlichen Eindrücke und Wünsche noch einmal mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen, um dann eine Entscheidung zu treffen, die für Sie die passende ist.
Die 3 Operationsmöglichkeiten unterscheiden sich in der Art und Weise, wie Ihre Organe im Becken gestützt werden – ob dafür ein Netz oder Fäden verwendet werden, aus welchem Material Netz oder Fäden sind und wo diese verankert werden.
Sakrospinale Fixation
Bei dieser Operation wird die Scheide mithilfe von starken Fäden an Sehnen im Becken fixiert. Das Verfahren eignet sich vor allem für Frauen, die keine Gebärmutter mehr haben oder bei denen die Gebärmutter in derselben Operation entfernt wird.
Sakropexie
Bei der Sakropexie (auch Sakrokolpopexie) wird der Gebärmuttermund oder die Vagina mit Hilfe eines Kunststoffnetzes mit der Wirbelsäule verbunden. Bei diesem Verfahren kann meist minimalinvasiv operiert werden (Schlüssellochchirurgie).
Pektopexie
Die Pektopexie ist eine eher neue Methode, bei der ebenfalls ein Kunststoffnetz verwendet wird. Das Netz wird im Becken von Seite zu Seite gespannt und hebt so die Organe des Beckens in die richtige Position. Die Operation erfolgt wie bei der Sakropexie minimalinvasiv über ein kleines Loch in der Bauchdecke.
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.