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Die Möglichkeiten

Diese Entscheidungshilfe ist für Sie gedacht, wenn Sie nicht-spezifische, chronische Kreuzschmerzen haben. Als Quellen für die Entscheidungshilfe dient die medizinische Leitlinie, die so genannte Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) mit dem Titel „Nicht-spezifischer Kreuzschmerz“ und der Wissensstand Ihrer hiesigen Ärzte aus aktuellen Studien der Schmerzmedizin.

Bei chronischen Schmerzen kommt prinzipiell die Kombination mehrerer Maßnahmen zum Einsatz: Medikamente, nicht-medikamentöse Behandlung und multimodale Programme. Da Sie hier hauptsächlich die Entscheidung treffen, möchte die Entscheidungshilfe Sie hierüber informieren.

Noch ein wichtiger Hinweis für Sie: Die Empfehlungen der NVL gelten für die Allgemeinheit der Patientinnen und Patienten. Empfehlungen für Sie persönlich können anders ausfallen. Dafür kann es medizinische oder auch andere Gründe geben. Es kann aber auch an Ihren persönlichen Präferenzen liegen.

Damit diese individuellen Aspekte ausreichend berücksichtigt werden, ist das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sehr wichtig. So können Sie entscheiden, welche Medikamente und welche nicht-medikamentösen Maßnahmen Sie bevorzugen und wie die Behandlungsprogramme zusammengestellt sein sollten.

Medikamente

Medikamente können Ihren Schmerz unterdrücken. Sie sind vorwiegend als vorübergehende Maßnahme gedacht, die Ihre Lebensqualität verbessert und Ihnen helfen soll, in Bewegung zu bleiben und mehr für Ihren Rücken zu tun. Kurz gesagt: Medikamente können Sie kurzfristig dabei unterstützen, langfristig wieder aktiv zu werden.

Medikamente können auch für spezielle Ziele bei Patienten mit Rückenschmerzproblemen eingesetzt werden: Zum Beispiel können sie zur Verbesserung des Schlafes beitragen und die körpereigenen Schmerzfilter stärken. Sie sind auch bei Nervenschmerzen sinnvoll. Nervenschmerzen können eine Komponente der chronischen Rückenschmerzen sein oder durch Diabetes und andere Erkrankungen sowie auch als Folge von Operationen auftreten.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Maßnahmen wie Bewegungsübungen und Verhaltenstherapie helfen Ihnen, die Ursache des Schmerzes langfristig zu beheben und mit dem Schmerz anders umzugehen.

Multimodale Programme

Multimodale Programme kombinieren Medikamente und nicht-medikamentöse Maßnahmen, die auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt sind.

Für alle Behandlungsmöglichkeiten gilt:

Was ist das Ziel der Behandlung?

Alle Maßnahmen verfolgen diese 4 Ziele:

  • bessere Erträglichkeit der Schmerzen

  • möglichst geringe Einschränkung der Körperfunktionen

  • Rückkehr in den Alltag

  • Rückkehr in den Beruf

Kann die Behandlung mein Leben verlängern?

Da Kreuzschmerzen keine lebensbedrohliche Krankheit sind, können die Maßnahmen Ihr Leben nicht direkt verlängern. Wenn Sie durch die Behandlung aktiver werden, kann das Ihre Gesundheit steigern und damit indirekt auch Ihre Lebenserwartung.

Wie wirkt sich die Behandlung auf meine Lebensqualität aus?

Wenn Ihre Schmerzen reduziert werden, wirkt sich das wahrscheinlich sehr positiv auf Ihre Lebensqualität aus. Wenn Sie sich mehr bewegen und aktiver sind, wird Ihre Lebensqualität auch steigen. Nicht selten verbessert sich im Laufe der Behandlung zunächst die Lebensqualität und dann der Schmerz.

Was ist im Alltag wichtig zu wissen oder zu beachten?

Achten Sie darauf, ob die Schmerzmedikamente Ihre Fähigkeiten im Alltag einschränken, etwa Ihre Fahrtüchtigkeit.

Ihre Schmerzen lassen mit Bewegungsübungen sehr viel langsamer nach als mit Medikamenten. Bedenken Sie aber dabei, dass die Bewegungsübungen Ihren Schmerzen eher auf den Grund gehen. Es lohnt sich also, durchzuhalten und sich über kleine Fortschritte zu freuen.

Verschiedene Faktoren können Ihre Kreuzschmerzen verstärken, etwa …

  • persönliche, familiäre sowie berufliche Schwierigkeiten

  • wenn sich bei Ihnen eine starke Angst vor Schmerzen entwickelt

  • ein falsches Schon- und Vermeidungsverhalten

Was kann ich selber noch tun?

Das Wichtigste ist, dass Sie sich auch in Ihrem Alltag regelmäßig bewegen. Mit Bewegung können Sie die Behandlung unterstützen und einem Rückfall vorbeugen. Welche Art der Bewegung Sie ausüben, ist dabei nicht so wichtig: Suchen Sie sich eine Aktivität oder Sportart aus, die Ihnen Freude macht – denn dann bleiben Sie wahrscheinlich regelmäßiger dabei.

Sollten Sie Übergewicht haben, kann Bewegung Ihnen helfen abzunehmen. Das entlastet die Wirbelsäule. Auch eine Umstellung der Ernährung kann dazu beitragen, Gewicht zu verlieren.

Wenn Sie viel sitzen, wechseln Sie öfter die Position, um Ihren Rücken zu entlasten. Am besten ist es jedoch, zwischendurch regelmäßig aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Achten Sie auch auf geeignete Sitzmöbel. Sprechen Sie gegebenenfalls Ihren Arbeitgeber darauf an.

Tun Sie nicht zu viel des Guten: Bewegung kann zwar Kreuzschmerzen am besten lindern, doch nehmen Sie im Alltag Rücksicht auf Ihre Beschwerden. Schleppen Sie zum Beispiel keine schweren Möbel. Versuchen Sie, Stress zu vermeiden und Zeit für Entspannung zu finden.

Sehr viele Menschen haben ähnliche Beschwerden wie Sie. In Selbsthilfegruppen können Sie sich kennenlernen, austauschen und sich gegenseitig unterstützen.

Wie wichtig ist Therapietreue?

Für den Erfolg der Behandlung ist es wichtig, dass Sie ...

  • die Inhalte und Zusammenhänge verstehen

  • motiviert sind

  • bereit sind, Ihr Verhalten zu ändern

  • die Therapieziele gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt festlegen



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Info und Disclaimer

Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.