Die Möglichkeiten
Im Folgenden sprechen wir immer von den Wirkstoffnamen. Bitte beachten Sie, dass es verschiedene Handelsnamen der Medikamente gibt.
Wenn Sie sich für eine medikamentöse Therapie entscheiden, gibt es 3 Medikamentengruppen zur Behandlung Ihrer Nervenschmerzen. Neben Schmerzmitteln (Opiode Analgetika) kommen Antidepressiva und Antiepileptika infrage. Die Wahl der Medikamente richtet sich danach, wie stark Ihre Schmerzen sind, welche anderen Erkrankungen Sie eventuell haben und welche Medikamente Sie vertragen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen ein Medikament oder eine Kombination aus mehreren Medikamenten verordnen.
Antidepressiva
Antidepressiva sind Medikamente zur Behandlung von Schmerzen und psychischen Erkrankungen. Antidepressiva bewirken, dass stimmungsaufhellende Botenstoffe länger im Gehirn wirken.
Zur Behandlung von Nervenschmerzen kommen die Wirkstoffe Amitriptylin und Duloxetin infrage.
Antiepileptika
Antiepileptika beruhigen überaktive Schmerzfasern und dämpfen die Weiterleitung des Schmerzsignals an das Gehirn. Antiepileptika werden bei Ihnen nicht eingesetzt, um Krampfanfälle (epileptische Anfälle) zu bekämpfen.
Zur Behandlung von Nervenschmerzen kommen die Wirkstoffe Gabapentin, Pregabalin und Carbamazepin infrage.
Opioide Analgetika
Opioide Analgetika sind starke Schmerzmittel. Sie verhindern, dass das Schmerzsignal im Rückenmark weitergeleitet wird.
Zur Behandlung von Nervenschmerzen ist der Wirkstoff Tramadol geeignet.
Für alle Medikamente gilt:
Weil einige Aspekte für alle Medikamente gleich sind, führen wir im Folgenden die Gemeinsamkeiten auf.
Wie läuft die Behandlung für mich ab?
Zu Beginn der Behandlung verordnet Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt in der Regel ein Medikament in einer niedrigen Dosierung. Lindert das Medikament den Schmerz nicht ausreichend, kommt eine höhere Dosis infrage. Die Dosierung soll so gering wie möglich, aber so hoch wie nötig sein. Die Dauer der Einnahme hängt davon ab, wie stark Ihre Schmerzen sind und wie gut Sie das Medikament vertragen.
Während der Behandlung sollten Sie Alkoholkonsum meiden. Hilfreich bei der Behandlung Ihrer Schmerzen kann auch eine Bewegungstherapie sein.
Die Physiotherapeutin erläutert, wie die Behandlung abläuft
Die Physiotherapeutin gibt einen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten
Wie erlebe ich die Behandlung?
Die Einnahme von Medikamenten kann mit Ängsten vor Nebenwirkungen und einer möglichen Abhängigkeit verbunden sein. Besprechen Sie diese Befürchtungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, damit Sie gemeinsam das Risiko abwägen können.
Gerade am Anfang wird es Ihnen schwerfallen einzuschätzen, ob die Medikamente gut wirken oder nicht. In der Regel dauert es eine Weile, bis Sie eine Wirkung bemerken und sich Ihre Beschwerden verbessern.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann im Verlauf feststellen, wie stark sich Ihr Schmerz verändert hat. Dazu beantworten Sie Fragen, wie Sie den Schmerz empfinden und einschätzen.
Wie wirkt sich die Behandlung auf meinen Alltag aus?
Der Zeitaufwand im Alltag ist gering. Sie müssen nur daran denken, regelmäßig Ihre Medikamente einzunehmen.
Die Medikamente können schläfrig und benommen machen. Wenn Sie dies bei sich bemerken, sollten Sie nicht mit dem Auto oder Fahrrad fahren oder mit gefährlichen Maschinen arbeiten.
Es ist wichtig, dass Sie die Medikamente regelmäßig einnehmen. Daher ist es gut, die Einnahme fest in Ihren Tagesablauf einzuplanen.
Die Physiotherapeutin erläutert, wie die Behandlung abläuft
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.