Die Möglichkeiten
Es gibt verschiedene Medikamente zur Behandlung eines mittelschweren oder schweren Morbus Crohn. Je nach Schwere und Verlauf der Erkrankung stehen unterschiedliche Medikamente zur Verfügung. Bei Ihnen war die bisherige medikamentöse Behandlung nicht zufriedenstellend und Sie stehen vor der Entscheidung, eine neue Medikamentengruppe auszuprobieren. Die in dieser Entscheidungshilfe vorgestellten Medikamente gehören zur Gruppe der BiologikaAls Biologika bezeichnet man Medikamente, die biotechnologisch hergestellt werden. Bei den Wirkstoffen handelt es sich um spezielle Eiweiße (Antikörper).. Dies sind Wirkstoffe, die biotechnologisch hergestellt werden. Sie wirken gegen die Entzündungen im Darm, indem sie an bestimmten Stellen des Immungeschehens angreifen. Dadurch unterbrechen sie den Entzündungsprozess und hemmen so die Entzündung.
Biologika werden im Labor in gentechnisch veränderten Zellen produziert. Biologika sind AntikörperAntikörper sind Eiweiße, die im Blut zirkulieren. Sie werden von Immunzellen gebildet, um Krankheitserreger und Fremdstoffe abzuwehren. Antikörper können weitere Abwehrzellen anlocken und Erreger unschädlich machen., die spezifisch an die Botenstoffe unseres Immunsystems andocken können, um diese zu hemmen. Sie haben die Fähigkeit, sehr spezifisch an andere Substanzen anzudocken und diese zu hemmen. Die verschiedenen Biologika unterscheiden sich dadurch, dass sie gezielt an unterschiedliche Substanzen im Körper andocken.
Bevor Sie eine Biologika-Behandlung beginnen, sind in der Regel Voruntersuchungen nötig. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt testet zum Beispiel, ob Sie Infektionskrankheiten wie eine Tuberkulose, eine Leberentzündung (HepatitisDie Hepatitis ist eine Entzündung der Leber. Sie wird meist durch eine Infektion mit Viren ausgelöst, die mit Buchstaben bezeichnet werden (A, B, C, D, E und G). Andere mögliche Ursachen für eine Hepatitis sind Bakterien, Parasiten oder Gifte. B) oder HIV haben oder hatten. Während der Behandlung mit einem Biologikum dürfen Sie Impfungen mit Lebendimpfstoffen nicht bekommen. Am besten informieren Sie das medizinische Personal immer über alle Ihre Medikamente. So lassen sich unerwünschte Wechselwirkungen verhindern.
TNF-alpha-Blocker
Diese Medikamente werden als Infusion in eine VeneVenen sind die Blutgefäße, die das Blut zum Herzen hin transportieren. Sie befördern in der Regel sauerstoffarmes Blut. verabreicht oder unter die Haut gespritzt (subkutanSubkutan (s.c.) bedeutet wörtlich "unter der Haut". In der Medizin wird so beschrieben, wohin ein flüssiges Arzneimittel verabreicht wird. So können Wirkstoffe unter die Haut gespritzt werden.). TNF-alphaDas Eiweiß TNF-alpha (Tumornekrose-Faktor-alpha) ist beteiligt an Abwehrreaktionen des Körpers. Bei verschiedenen Erkrankungen ist die Menge an TNF-alpha erhöht. Medikamente, die an dieses Eiweiß binden, wirken gegen Entzündungen. ist ein Botenstoff, der an Entzündungsprozessen beteiligt ist.
Integrin-Hemmer
Das Medikament wird als Infusion in eine VeneVenen sind die Blutgefäße, die das Blut zum Herzen hin transportieren. Sie befördern in der Regel sauerstoffarmes Blut. verabreicht oder unter die Haut gespritzt (subkutanSubkutan (s.c.) bedeutet wörtlich "unter der Haut". In der Medizin wird so beschrieben, wohin ein flüssiges Arzneimittel verabreicht wird. So können Wirkstoffe unter die Haut gespritzt werden.). Integrine sind Eiweiße auf unseren Zellen. Sie steuern zum Beispiel Entzündungszellen.
Interleukin-Hemmer
Zu Beginn erhalten Sie das Medikament als Infusion in eine Vene und danach als Spritze unter die Haut. InterleukineInterleukine sind Botenstoffe, die das Immunsystem anregen und hemmen können. Daher sind sie bedeutende Angriffspunkte für Medikamente. sind Entzündungs-Botenstoffe, die unser ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Zellen, Organen und Abwehrmolekülen wie Antikörper. Es erkennt körperfremde Stoffe wie Krankheitserreger und Schadstoffe, aber auch krankhaft veränderte Körperzellen und macht diese unschädlich. So verhindert die Immunabwehr Infektionen und andere Erkrankungen. regulieren.
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.