Vorheriges Thema: Warum ist meine Beteiligung an der Entscheidung wichtig?

Die Möglichkeiten

Für die Behandlung eines Kreuzbandrisses kommen prinzipiell eine Operation sowie eine konservative Behandlung infrage. Wird ein isolierter Kreuzbandriss nicht behandelt, können auch später noch andere Teile des Knies, wie etwa ein MeniskusEin Meniskus ist eine flache, halbmondförmige Knorpel-Scheibe im Kniegelenk. Pro Gelenk gibt es immer 2 Menisken. Sie funktionieren als eine Art Stoßdämpfer, der den Kräfteaustausch zwischen dem Ober- und dem Unterschenkel reguliert., in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine Behandlung ist deshalb auf jeden Fall ratsam. Ziel beider Behandlungen ist es, dass Sie langfristig keine Beschwerden mehr in Ihrem Knie haben und Sie es ebenso gut wie vor dem Unfall belasten können.

Welche der beiden Möglichkeiten für Sie die richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren sowie von Ihren persönlichen Einstellungen und Wünschen ab. Damit Sie sich gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gut entscheiden können, haben wir Ihnen im Folgenden die wichtigsten Informationen zu den beiden Möglichkeiten zusammengestellt.

Operation

Vor der Operation sollten Sie zunächst unter Anleitung Ihrer Physiotherapeutin oder Ihres Physiotherapeuten für einige Wochen diverse Kraft- und Dehnübungen machen. Bei der Operation wird Ihnen, meist unter Vollnarkose, eine Sehne eingesetzt, die in der Regel aus einem Ihrer Unterschenkel stammt. Nach der Operation geht es mit den Übungen bis zu 1 Jahr weiter. Eine einzige Operation genügt meist. Bei starker Belastung kann die neue Sehne aber ebenfalls reißen, so dass Sie erneut operiert werden.

Konservative Behandlung

Die konservative Behandlung kommt ohne Operation aus. Sie beschränkt sich also auf Physiotherapie, wie Kraft- und Dehnübungen, sowie weitere Behandlungen dieser Art. Im Lauf der Zeit wird die Belastung Ihres Knies schrittweise erhöht. Die Behandlung ist etwa nach 1 Jahr abgeschlossen. Ist absehbar, dass die Therapieziele nicht erreicht werden, können Sie Ihr Knie jederzeit operieren lassen.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Eine konservative Behandlung ist die schonendere Lösung. Dafür ist Ihr Knie im 1. Jahr nach dem Unfall nicht ganz so stabil und belastbar wie nach einer Operation. Jeder zweite Betroffene wird irgendwann doch noch operiert.

Eine Operation ist meist die stabilere Lösung. Ihr Knie ist schneller wieder stärker belastbar. Dafür nehmen Sie die Risiken der Operation in Kauf.

Für beide Behandlungsmöglichkeiten gilt:

Was ist das Ziel der Behandlung?

Beide Behandlungen streben drei Ziele an:

  • Sie sollen Ihr Knie ebenso gut belasten können wie vor dem Kreuzbandriss, Sie sollen es ebenso gut bewegen können und es soll ebenso kräftig und stabil sein.

  • Sie sollen keine Schmerzen oder andere Beschwerden haben.

  • Es soll verhindert werden, dass andere Knieteile wie der MeniskusEin Meniskus ist eine flache, halbmondförmige Knorpel-Scheibe im Kniegelenk. Pro Gelenk gibt es immer 2 Menisken. Sie funktionieren als eine Art Stoßdämpfer, der den Kräfteaustausch zwischen dem Ober- und dem Unterschenkel reguliert. und Knorpel in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wie wirkt sich die Behandlung auf meine Symptome aus?

Ihre Beschwerden bessern sich. Sie haben weniger Schmerzen und weniger Symptome als ohne Behandlung. Ihr Knie kann stärker belastet werden und es ist beweglicher und stabiler. Außerdem vermeiden Sie die Gefahr weiterer Knieschäden.

Was wissenschaftliche Studie sagen

Auch individuelle Faktoren spielen bei der Auswahl der Behandlungsmöglichkeit eine Rolle. Dazu gehört das Alter der Patientin oder des Patienten sowie das Ausmaß kniebelastender Tätigkeiten (etwa im Beruf) und ihr oder sein sportlicher Ehrgeiz.

Bei einer Gruppe von Patientinnen und Patienten, die sportlich weniger aktiv sind und kaum größeren Kniebelastungen ausgesetzt sind, lässt eine Studie vermuten, dass Operation und konservative Behandlung innerhalb von 5 Jahren gleich gute Ergebnisse erzielen, sofern die Personen auch mit der konservativen Behandlung eine ausreichende Stabilität des Knies erzielen. Dann liegen die Werte für Schmerz, Symptome und Funktionstüchtigkeit in Sport und Freizeit auf einer Skala von 0 bis 100 (je höher, desto besser) bei 80 bis 90.

Wie wirkt sich die Behandlung auf meine Lebensqualität aus?

Operation und konservative Behandlung verbessern Ihre Lebensqualität gleich gut, sofern die konservative Behandlung Ihr Knie ausreichend stabilisiert. Wenn Sie nach einer Zeit der konservativen Behandlung doch operiert werden, bessert sich Ihre Lebensqualität oft so gut, als wären Sie sofort operiert worden.

Wie hoch ist der Zeitaufwand im Alltag?

Die Übungen kosten Zeit. Sie sollten mehrmals pro Woche regelmäßige Trainingseinheiten einplanen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie operiert wurden oder nicht. Die Übungen sollen für 4 Monate bis 1 Jahr fortgesetzt werden.

Was ist im Alltag wichtig zu wissen oder zu beachten?

Je nach Art Ihrer beruflichen Tätigkeit können sie in der Regel nach 12 Wochen wieder arbeiten gehen. Autofahren können Sie nach 3 bis 6 Wochen wieder. Nach 4 Monaten bis 1 Jahr können Sie Ihr Knie wieder voll belasten.

Was kann ich selbst noch tun?

Achten Sie darauf, dass Sie sich gesund ernähren, gegebenenfalls Ihr Gewicht reduzieren, nicht rauchen und sich ausreichend bewegen.

Wie wichtig ist Therapietreue?

Therapietreue ist sehr wichtig. Nur wenn Sie regelmäßig üben, können Sie Ihre ursprüngliche Kraft und Beweglichkeit zurückerhalten.



Nächstes Thema: Operation

Info und Disclaimer

Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.