Die Möglichkeiten
Für Kinder mit einer Hüftdysplasie gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Diese richten sich vor allem nach der Ausprägung der Hüftdysplasie und dem Alter des Kindes. Es kann sein, dass für Ihr Kind – entsprechend seines Alters und des Schweregrads seiner Fehlstellung – 2 oder 3 verschiedene Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen, aber nicht alle. Um herauszufinden, welche Möglichkeiten für Ihr Kind geeignet sind und auch um Ihre Wünsche mit einzubeziehen, ist das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sehr wichtig. So können Sie sich gemeinsam für die Behandlung entscheiden, die am besten zu Ihrem Kind passt. Die verschiedenen Verfahren unterstützen die Nachreifung der Hüfte, indem das Hüftgelenk in die richtige Position gebracht, stabilisiert und ruhiggestellt wird. Die Verfahren können auch aufeinander aufbauen und lassen sich in unterschiedlichen Kombinationen anwenden.
Bei Kindern mit einer sehr leichten Hüftdysplasie reicht es häufig aus, die Entwicklung der Hüfte regelmäßig zu kontrollieren, bis sie von allein nachreift. Falls die Hüfte nicht ausreichend nachreifen sollte, kann eine der hier vorgestellten Behandlungsmöglichkeiten angewendet werden.
In Deutschland gehört die Untersuchung der Hüfte bei allen Neugeborenen zum Standard, dem sogenannten Neugeborenen-Screening. Daher werden Hüftdysplasien in der Regel früh erkannt und die Therapie der Kinder kann zeitnah beginnen. Rechtzeitig erkannt reicht oft eine konservative Behandlung aus, ohne dass eine Operation nötig wird. Die frühe Behandlung führt auch dazu, dass weniger Kinder im Laufe ihres Lebens eine Hüftoperation benötigen. Selbst eine leichte Form kann unbehandelt noch nach Jahrzehnten zu Symptomen führen, die eine Operation erfordern. Durch eine frühe Behandlung zur Förderung der Nachreifung der Hüfte können Sie dazu beitragen, dem vorzubeugen.
Hüftbeugeschiene
Eine Hüftbeugeschiene bringt die Beine Ihres Kindes in eine Position, in der das Hüftgelenk besonders gut nachreifen kann. Die Beine sind dabei in einem bestimmten Winkel gebeugt und abgespreizt.
Für wen ist die Behandlung geeignet?
Hüftbeugeschienen sind für kleine Kinder mit einer leichten oder mittelschweren Hüftdysplasie geeignet.
Becken-Bein-Gips
Ein Becken-Bein-Gips umschließt Hüfte und Oberschenkel Ihres Kindes. Er stabilisiert die Hüfte und sorgt für eine Ruhigstellung.
Für wen ist die Behandlung geeignet?
Ein Becken-Bein-Gips kommt für mittelschwere und schwere Hüftdysplasien infrage. Er dient auch der Ruhigstellung der Hüfte nach einer Extensionsbehandlung, geschlossenen Reposition oder einer Operation.
Extensionsbehandlung
Die Extensionsbehandlung dient zur Lockerung von Muskeln und Sehnen im Hüftbereich Ihres Kindes. Über mehrere Tage werden die Beine mit leichtem Zug gespreizt, wodurch der Hüftkopf in eine bessere Position gebracht wird. In dieser Position werden die Beine ruhiggestellt.
Für wen ist die Behandlung geeignet?
Eine Extensionsbehandlung kann bei einer ausgekugelten Hüfte sowie bei ausgeprägten Hüftdysplasien geeignet sein. Ihr Kind kann eine Extensionsbehandlung zur Vorbereitung auf eine geschlossene Reposition (Einrenken) oder eine Operation bekommen.
Geschlossene Reposition
Ihr Kind bekommt eine Vollnarkose und Medikamente, die die Muskeln entspannen. Durch Zug wird die Hüfte wieder in die richtige Position gebracht.
Für wen ist die Behandlung geeignet?
Eine geschlossene Reposition ist vor allem für Kinder geeignet, deren Hüftgelenke ausgekugelt sind oder die eine mittelschwere bis schwere Hüftdysplasie haben. Anschließend werden die Hüftgelenke durch einen Becken-Bein-Gips stabilisiert.
Operation
Durch eine Operation werden die Hüftgelenke Ihres Kindes wieder in die richtige Position gebracht. Es kommen Operationen der Weichteile oder Knochen infrage.
Für wen ist die Behandlung geeignet?
Je älter das Kind ist und je stärker die Hüftdysplasie ausgeprägt ist, desto eher kommt für die Behandlung eine Operation infrage. Eine Operation vor allem dann geeignet, wenn die anderen konservativen Behandlungsmöglichkeiten bereits ausgeschöpft wurden.
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.