Wie läuft die Behandlung für mich ab?
Was passiert bei der Behandlung?
Vor der Behandlung wird Ihr Risiko abgeschätzt, an einer Herz-Kreislauf-ErkrankungDer Begriff fasst unter anderen folgende Krankheitsbilder zusammen: Schlaganfall (Apoplex), Herzinfarkt (Myokardinfarkt), periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). zu erkranken. Entsprechend Ihres persönlichen Risikos wird der LDL-Cholesterinwert festgelegt, der durch die Behandlung erreicht werden soll (LDL-Zielwert). Es stehen verschiedene Medikamentengruppen zur Verfügung, um den LDL-Zielwert zu erreichen. Die Medikamente greifen an unterschiedlichen Stellen in den Fettstoffwechsel ein. Jede Behandlung mit Medikamenten sollte durch einen gesunden Lebensstil unterstützt werden. Dadurch kann oft der für Sie richtige LDL-Zielwert früher erreicht werden. Sie brauchen dann weniger Medikamente.
Eine medikamentöse Behandlung wird in der Regel mit Statinen begonnen. Die Tabletten nehmen Sie einmal am Tag ein, meist abends vor dem Schlafengehen.
Wenn der vor der Behandlung festgelegte LDL-Zielwert nicht erreicht wird, wird zunächst die Dosis erhöht, dann mit einem weiteren Medikament, Ezetimib, kombiniert. Die Ezetimib-Tabletten nehmen Sie einmal am Tag ein, meist als Kombinationspräparat, das gleichzeitig ein Statin enthält.
Wird der Zielwert weiterhin nicht erreicht, kann zusätzlich durch die Anwendung einer neuen Wirkstoffgruppe (PCSK9-Hemmer) der LDL-Cholesterinspiegel gesenkt werden. PSCK9-Hemmer werden einmal alle 2 oder 4 Wochen unter die Haut ins Fettgewebe gespritzt. Die Spritze können Sie sich selbst verabreichen.
Tabletten mit Bempedoinsäure können infrage kommen, wenn der LDL-Cholesterinspiegel mit Statinen nicht ausreichend gesenkt werden konnte oder eine Person Statine nicht verträgt. Bempedoinsäure kann entweder allein oder in Kombination mit einem Statin genommen werden.
Bei sehr wenigen Patientinnen und Patienten, bei denen die Medikamente nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden, ist eine ApheresetherapieDie Lipidprotein-Apherese ist ein Blutreinigungsverfahren. Ein spezielles Gerät entnimmt dem Körper Blut und entfernt die darin enthaltenen Fette. Das gereinigte Blut wird dem Körper sofort wieder zugeführt. (Lipidprotein-Apherese) möglich. In der Regel findet sie 1-mal pro Woche statt und dauert 1,5 bis 3 Stunden.
Statine blockieren das Cholesterin-Synthese-Enzym, das für die Bildung von Cholesterin benötigt wird. Statine blockieren somit die körpereigene Produktion von Cholesterin, sodass in den Leberzellen eine Mangelsituation entsteht. Die Leberzellen besetzen dann ihre Oberfläche mit mehr Bindungsstellen für LDL-Cholesterin und fischen deshalb mehr LDL-Cholesterin aus dem Blut.
Ezetimib gehört zu einer Klasse von Lipidsenkern, die gezielt die Aufnahme von Cholesterin im Dünndarm. Der Wirkstoff blockiert das Molekül (Transportprotein) in der Darmwand, an das Cholesterin normalerweise bindet. Das passiert sehr spezifisch, sodass die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen oder anderen Fetten nicht gehemmt wird.
PCSK9-Hemmer gehören zu einer neuartigen Wirkstoffklasse, die das LDL-Cholesterin im Blut senken. Im Gegensatz zu der indirekten Wirkung der Statine, welche die Cholesterinproduktion der Leberzellen hemmen, stimulieren PCSK9-Hemmer die Leberzellen direkt. Die Zellen bilden dadurch deutlich mehr Bindungsstellen für LDL-Cholesterin auf ihrer Oberfläche aus. Ähnlich wie bei den Statinen stellen mehr LDL-Rezeptoren der Leberzelle mehr LDL-Cholesterin zur Verfügung und entziehen es damit dem Blutkreislauf.
Bempedoinsäure blockiert die körpereigene Produktion von Cholesterin in der Leber. Dafür hemmt der Wirkstoff ein Enzym – jedoch ein anderes als Statine.
Wie lange muss die Behandlung durchgeführt werden?
Lipidsenker nehmen Sie auf lange Sicht.
Der Arzt spricht über die medikamentöse Behandlung
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.