Was bedeutet meine Erkrankung?
Die Nervenzellen Ihres Gehirns tauschen ständig Impulse untereinander aus. Auf diese Weise kommunizieren sie miteinander. Bei einer Epilepsie bilden die Nervenzellen zu viele dieser Impulse. Es kommt zu einem epileptischen Anfall. Er dauert meist nicht länger als 2 Minuten.
Um Informationen auszutauschen, erzeugen die Nervenzellen Ihres Gehirns bis zu 80 elektrische Impulse in der Sekunde. Bei der Epilepsie sind die Nervenzellen übererregbar und verfallen leicht in eine erhöhte Impulsrate. Darum besteht ständig die Gefahr, dass sie einen epileptischen Anfall auslösen.
Während eines epileptischen Anfalls erhöht sich diese Zahl auf bis zu 500 Impulse in der Sekunde. Die betroffenen Nervenzellen funktionieren dann nicht mehr normal. Je nachdem welche Gruppe von Nervenzellen betroffen ist, kann das zu Krämpfen und Zuckungen oder zu Taubheitsgefühlen der Haut führen. Es kann aber auch zu unkontrollierten Bewegungsabläufen oder Zuständen deutlich verminderter Wachheit kommen.
Wenn sich die Impulsrate der Nervenzellen normalisiert, hört der epileptische Anfall auf. Ein solcher Anfall ist für Ihren Körper eine enorme Belastung. Je nach der Größe des Anfalles fühlen Sie sich müde und schwach.
Eine Epilepsie kann verschiedene Ursachen haben. Darum werden verschiedene Formen der Epilepsie unterschieden:
Eine Epilepsie kann auftreten, wenn das Gehirn geschädigt wurde (symptomatische Epilepsie). Die Ursachen für eine solche Schädigung sind bei Erwachsenen häufig Schlaganfälle und bei Kindern bei der Geburt erlittene Hirnschädigungen.
Eine Epilepsie kann auch angeboren sein (idiopathische Epilepsie).
Eine Epilepsie ohne konkrete Ursache nennt man kryptogene Epilepsie. Wahrscheinlich ist die Ursache eine verborgene Schädigung im Gehirn. Diese kann aber mit den zur Verfügung stehenden Untersuchungsmethoden nicht nachgewiesen werden.
Innerhalb dieser Kategorien gibt es mehr als 30 verschiedene Formen von epileptischen Anfällen. Sie lassen sich in 3 Hauptgruppen einteilen:
Nur bestimmte Nervenzellgruppen in bestimmten Gehirnbereichen zeigen hohe Impulsraten (fokale Anfälle) (Abbildung 1)
Nervenzellen in beiden Gehirnhälften zeigen hohe Impulsraten (generalisierte Anfälle) (Abbildung 2)
Ein fokaler Anfall kann im Verlauf auf beide Hirnhälften übergehen und zu einem generalisierten Anfall werden (sekundär generalisierte Anfälle) (Abbildung 3)
Der Arzt erklärt die Erscheinungsformen der Epilepsie
Der Patient spricht über den Moment der Diagnose
Der Arzt erklärt die Diagnose der Epilepsie
Die Patientin erzählt, wie sie die Diagnose erlebt hat
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.