Die Möglichkeiten
Der Arzt spricht über die verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten
Diese Entscheidungshilfe ist für Sie gedacht, wenn Ihr Kind mit einem Ein-Kammer-Herzen (univentrikulären Herzen) geboren wurde und ein Fontan-Kreislauf etabliert wurde.
Für Ihr Kind besteht das Risiko, dass sich im Fontan-Kreislauf Blutgerinnsel (ThrombosenBei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) innerhalb eines Gefäßes und behindert den Blutfluss. Thrombosen können an unterschiedlichen Stellen im Körper entstehen. In den meisten Fällen treten sie in den Bein- und Beckenvenen auf. ) bilden. Die Gerinnsel können abschwimmen und Gefäßverschlüsse in der Lunge und anderen Organen verursachen (EmbolienEine Embolie ist der Verschluss eines Blutgefäßes und entsteht durch ein eingeschwemmtes Blutgerinnsel (Embolus) oder durch Luft, Gewebe- und Kalkablagerungen. Der Embolus blockiert den Blutfluss und behindert damit die Versorgung des Gewebes hinter der blockierten Stelle. ).
Grundsätzlich kommen für Ihr Kind 3 Möglichkeiten infrage: Der Entstehung von Blutgerinnseln kann effektiv mit Plättchen- oder Gerinnungshemmern vorgebeugt werden. Sie können sich aber auch gegen eine Thrombosevorsorge Ihres Kindes entscheiden, sodass es keine Medikamente einnimmt.
Die Blutgerinnung kann auf verschiedenen Wegen beeinflusst werden:
1. Plättchenhemmer:
Bei Verletzungen können sich BlutplättchenBlutplättchen, auch Thrombozyten genannt, sind Bestandteile unseres Blutes. Die wichtigste Aufgabe von Blutplättchen ist die Blutgerinnung. (ThrombozytenBlutplättchen, auch Thrombozyten genannt, sind Bestandteile unseres Blutes. Die wichtigste Aufgabe von Blutplättchen ist die Blutgerinnung. ) aneinanderkleben (Aggregation) und sehr schnell einen Pfropf bilden, der die Blutung aus der Wunde nach kurzer Zeit stoppt. Ähnlich wie bei dem Verschluss einer blutenden Wunde können BlutplättchenBlutplättchen, auch Thrombozyten genannt, sind Bestandteile unseres Blutes. Die wichtigste Aufgabe von Blutplättchen ist die Blutgerinnung. im langsamen Blutfluss des Fontan-Kreislaufs einen Pfropf bilden, der dann jedoch keine Wunde, sondern ein Blutgefäß verschließen kann. Plättchenhemmer wie AcetylsalicylsäureASS ist die Abkürzung für den Wirkstoff Acetylsalicylsäure. In niedriger Dosierung wird ASS zur Blutverdünnung eingesetzt, da er die Funktion der Blutplättchen hemmt. In höherer Dosierung wirkt ASS schmerzlindernd. (ASSASS ist die Abkürzung für den Wirkstoff Acetylsalicylsäure. In niedriger Dosierung wird ASS zur Blutverdünnung eingesetzt, da er die Funktion der Blutplättchen hemmt. In höherer Dosierung wirkt ASS schmerzlindernd.) verhindern, dass die BlutplättchenBlutplättchen, auch Thrombozyten genannt, sind Bestandteile unseres Blutes. Die wichtigste Aufgabe von Blutplättchen ist die Blutgerinnung. sich zusammenlagern und verklumpen.
2. Gerinnungshemmer:
Um Blutungen zu stoppen, steht eine Serie von Bluteiweißen (Gerinnungsfaktoren) bereit, die sich in einer Kettenreaktion gegenseitig aktivieren und ein dreidimensionales Netz bilden (Koagulation). Zusammen mit den Plättchen bilden sich Gerinnsel, die rasch zu einiger Größe anwachsen und so auch größere Wunden bald verschließen. Auf diese Weise können sich auch im langsamen Blutfluss des Fontan-Kreislaufs Gerinnsel bilden, die Blutgefäße verstopfen. Da manche Gerinnungsfaktoren Vitamin KDas Vitamin ist für die Bildung von Gerinnungsfaktoren wichtig und beeinflusst damit die Blutgerinnung. zu ihrer Aktivierung benötigen, zählen zu den Gerinnungshemmern die Gegenspieler von Vitamin K (sogenannte Vitamin K-Antagonisten). Zu dieser Medikamenten-Gruppe gehören zum Beispiel Phenprocoumon und Warfarin. Sie verhindern die Wirkung von Vitamin K und beeinflussen so die Gerinnung.
Plättchenhemmer und Gerinnungshemmer werden umgangssprachlich oft „Blutverdünner“ genannt. Das ist nicht ganz korrekt: Das Blut wird nicht dünner; es dauert nur länger, bis es gerinnt.
Es gilt, das erhöhte Risiko durch Gefäßverschlüsse gegen das Risiko durch Blutungen abzuwägen.
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.