Was bedeutet meine Erkrankung?
Diese Information unterstützt Sie, wenn Sie die Diagnose Aortenklappenstenose erhalten haben.
Verengungen der Herzklappen werden als StenosenEine Stenose ist ein Sammelbegriff für Verengungen in verschiedenen Bereichen des Körpers. Eine Stenose kann sich im Laufe des Lebens bilden, angeboren sein oder durch Unfälle und Erkrankungen entstehen. (zum Beispiel angeborene und erworbene Aortenklappenstenose) bezeichnet. Sie gehören zu den häufigsten Ursachen für krankhafte Herzgeräusche und zählen neben der koronaren Herzerkrankung (KHK) und der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVKBei der sogenannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (kurz pAVK) sind die großen Blutgefäße meist im Becken und den Beinen verengt. Dadurch ist die Durchblutung schlechter. Das kann zu Beschwerden führen wie Schmerzen in den Beinen beim Gehen oder auch in Ruhe.) zu den am häufigsten behandlungsbedürftigen Herzkreislauferkrankungen.
Der Herzmuskel pumpt pro Schlag 70 bis 100 ml Blut aus der rechten und linken Herzkammer in die Lunge und den Körper. Damit das Blut nur in eine Richtung fließen kann, gibt es im Herzen 4 Herzklappen – also 2 Herzklappen pro Kammer. Die Aorten- und Mitralklappe gehören dabei zur linken, die Pulmonal- und Trikuspidalklappe zur rechten Herzhälfte. Wenn der Herzmuskel sich zusammenzieht, öffnen sich gleichzeitig die Aorten- und die Pulmonalklappe und es schließen sich die Mitral -und die Trikuspidalklappe, die sogenannten Rückwärtsventile zum Körper und zur Lunge. Hierdurch kann das Herz das Blut gerichtet vorwärts in die Lunge und den Körper pumpen. Entspannt sich das Herz wieder, schließen sich die Ventile zum Körper (Aortenklappe) und zur Lunge (Pulmonalklappe) und durch Öffnen der Mitral -und Trikuspidalklappe füllen sich beide Herzkammern erneut mit Blut. Dieser Prozess, also das gleichzeitige Öffnen und Schließen der Herzklappen, geschieht in der Minute normalerweise 60- bis 100-mal (Herzaktion).
Bei einer Aortenklappenstenose ist das Klappengewebe stark verändert und verengt. Dadurch öffnet sich die Herzklappe nicht mehr ausreichend (Zustand Nummer 4 in der folgenden Abbildung). Das Herz muss dann das Blut durch eine verkleinerte Öffnung pumpen und benötigt dafür mehr Kraft und Energie. Durch diese fortwährende Kraftanstrengung vergrößert und verdickt sich der Herzmuskel mit der Zeit deutlich.
Auf lange Sicht kann das Herz dieser ausdauernden Kraftbelastung jedoch nicht standhalten und es kann in der Folge der chronischen Überlastung und Verdickung des Herzmuskels zu Schäden am Herzen kommen. Wenn Ihr Körper bei Belastung mehr Herzleistung benötigt, kann das Herzen dann nicht mehr den benötigten Mehrbedarf an Blut in den Körper pumpen. Dies führt zum einen dazu, dass Ihre gefühlte Leistungsfähigkeit immer weiter abnimmt und es in Extremsituationen auch zu einer Ohnmachtsattacke kommen kann. Wird die Belastung für das Herz zu groß, kann es in letzter Konsequenz auch zu einem Herzversagen kommen.
Die Aortenklappenstenose kann einfach und erfolgreich behandelt werden, indem die verengte Herzklappe ausgetauscht wird. Hierdurch kann die Funktion des Herzens wieder normal ablaufen und der Körper in Ruhe, aber auch in Belastungssituationen die notwendige Menge an Blut ungehindert in den Körper pumpen. Um zu verhindern, dass sich Ihr Gesundheitszustand weiter verschlechtert, ist es notwendig, den „Normalzustand“ für das Herz wiederherzustellen. Über den richtigen Zeitpunkt und die verschiedenen Behandlungsformen kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie informieren.
Bislang gibt es nur wenige verlässliche Langzeitdaten für den Vergleich der beiden im Folgenden beschriebenen Behandlungsmöglichkeiten TAVI und SAVR für jüngere Personen oder Personen mit niedrigem Ausgangsrisiko. Die Informationen in dieser Entscheidungshilfe treffen daher vor allem auf ältere Personen mit einem höheren Risiko zu.
Eine Aortenklappenstenose kann verschiedene Beschwerden, im Fachjargon Symptome genannt, verursachen, die jedoch nicht bei jedem Menschen sofort auftreten müssen. Die Veränderungen im Körper bilden sich sehr langsam aus, da das Herz über eine lange Zeit die Mehrbelastung ausgleichen kann. Es kann also auch sein, dass Sie zunächst trotz einer hochgradigen Aortenklappenstenose keine Symptome bemerken.
Prinzipiell verhindert die Aortenklappenstenose, dass bei körperlicher Aktivität der erhöhte Sauerstoffbedarf des Körpers gedeckt werden kann und es kommt zudem zu einem Rückstau des Blutes in der Lungenblutbahn. Dies führt zu zunehmender Luftnot. Es kommt weiterhin auch zu einer Mangeldurchblutung der wichtigsten Organe des Körpers. An erster Stelle zu nennen ist die Minderversorgung des Gehirns. Symptome, die Sie dadurch bemerken können, sind zum Beispiel Schwindel und eine zunehmend geringere Belastbarkeit im täglichen Leben. Wird das Gehirn bei hoher körperlicher Belastung nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, kann es im Extremfall auch zu einer kurzen Bewusstlosigkeit (Synkope) kommen.
Verdickt sich der Herzmuskel durch die dauerhaft höhere Belastung, benötigt er ebenfalls mehr Sauerstoff. Reicht die gewohnte Blutzufuhr dafür nicht aus, verspüren Betroffene oft ein Engegefühl oder Schmerzen im Brustkorb (Angina pectoris). Die Minderversorgung des Herzmuskels sowie dessen Vergrößerung kann langfristig zu einer Herzschwäche (HerzinsuffizienzBei der Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) ist das Herz oder sind Teile des Herzens zu schwach, um ausreichend Blut in den Blutkreislauf zu pumpen. Dadurch werden die Organe und Muskeln nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt.) oder unter Umständen auch zu ernst zu nehmenden HerzrhythmusstörungenBei einer Herzrhythmusstörung ist der normale Herzschlag verändert. Das Herz schlägt unregelmäßig: entweder zu schnell, zu langsam oder in wechselndem Rhythmus. wie zum Beispiel dem Vorhofflimmern führen. Das Blut staut sich aus der linken Herzkammer zurück in Richtung Lunge, was zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (dem sogenannten LungenödemDabei handelt es sich um eine Flüssigkeitsansammlung in der Lunge. Anzeichen für ein Lungenödem können Atemnot, schnelles und flaches Atmen sowie Husten sein.) führen kann.
Die Patientin litt unter schwerer Luftnot
Der Arzt erklärt die Aortenklappenstenose
Der Arzt schildert typische Symptome
Der Patient war nur eingeschränkt leistungsfähig
Der Arzt beschreibt das medizinische Problem
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.